CDU gegen Parkraumbewirtschaftung im Ostviertel

Adäquate Lösung für Schülerinnen und Schüler, Klinik-Besucher und Arbeitnehmer nicht in Sicht

Das Göttinger Ostviertel zwischen Friedländer Weg/Düstere-Eichen-Weg, Am Steinsgraben, Reinkeweg und Ewaldstraße soll nach der Vorstellung von SPD und Grünen zur Parkraumbewirtschaftungszone werden. Es wäre ein Gebiet, das mehr als halb so groß wäre, wie die gesamte jetzige Parkraumbewirtschaftung in Göttingen zusammengenommen. Erste Pläne dazu hat die Stadtverwaltung Mitte November vorgestellt. Aktuell sieht das Konzept keine Lösung für Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schule I oder für Patienten, Besucher und Angestellte einer anliegenden Klinik vor. Auch viele ansässige Firmen oder in Wohnhäusern etagenweise ansässige Dienstleistungs-Anbieter haben bereits angekündigt, dass sie eine adäquate Lösung für ihre Kunden oder zum Teil aus dem Landkreis stammenden Mitarbeiter erwarten. Vor allem diese Punkte sorgen bei der CDU-Ratsfraktion Göttingen für Kritik.

„Wir würden mit einem Mal ein riesiges Gebiet der Parkraumbewirtschaftung schaffen und dort alles auf den Kopf stellen. Die Berufsschüler, die vielfach keine andere Wahl haben, als mit dem Auto zur Schule zu fahren, dürfen uns als Oberzentrum genauso wenig wie die Interessen der medizinischen Anbieter oder Dienstleister im Ostviertel egal sein. Wir brauchen eine Lösung für alle Beteiligten. Diese kann nicht lauten, dass Arbeitnehmer oder Schüler von außerhalb ein Ticket lösen und alle vier Stunden umparken müssen“, so der Fraktionsvorsitzende Olaf Feuerstein.

Man erwarte von der Verwaltung bei diesen Streitpunkten Kompromissbereitschaft. Die Antwort, dass dies Probleme seien, die man nicht lösen könne, will die CDU nicht durchgehen lassen. Man habe schließlich vielen Seiten gegenüber einer Verantwortung nachzukommen.

„Wir wollen einen Interessensausgleich zwischen den Anwohnern im unteren Ostviertel, die zum Teil in der Tat unter einem hohen Parkdruck leiden, und den Dienstleistungsanbietern, Arbeitnehmern und Schülern, die auf die kostenfreien Parkplätze angewiesen sind“, so Feuerstein. Gerade für Schülerinnen und Schüler der BBS I sei eine Parkraumbewirtschaftung ohne Rücksichtnahme eine enorme Herausforderung.

 

„Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler der BBS I haben ihren Wohnsitz außerhalb der Stadt Göttingen, zehn Prozent wohnen sogar außerhalb der Landkreise Göttingen und Northeim. Denen können wir nicht einfach sagen ‚Nehmt doch den ÖPNV!‘ ohne ihnen eine vernünftige Alternative aufzuzeigen. Das ist unrealistisch“, so das Mitglied im Schulausschuss Wibke Güntzler. Vor diesem Hintergrund verfolge die CDU mit großer Aufmerksamkeit das von der SPD-Ratsfraktion Göttingen beantragte Mobilitätskonzept zur Vermeidung von Elterntaxis vor Schulen. Dort soll der Verkehr bei Berufsbildenden Schulen explizit mitbedacht werden. „Auf das Ergebnis bin ich gespannt“, so Feuerstein. „Obwohl man kein Hellseher sein muss, um bei diesen Rahmenbedingungen anzuerkennen, dass nicht jeder Schüler mit dem ÖPNV zu den Göttinger Berufsbildenden Schulen fahren kann. Die SPD Göttingen fährt ja gerne öffentlichkeitswirksam mit dem Bus – Vielleicht sollte die nächste Tour morgens aus dem weiteren Umland zur BBS I führen!“

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