Offener Brief an Oberbürgermeister Köhler

Zukunft der Stadthalle und des Albaniplatzes

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

in der vom Rat am 15. Feb. 2019 beschlossenen „Denkpause“ gilt es einerseits umfassend, andererseits zügig die verschiedenen Optionen für die zukünftige Stadthalle zu prüfen und erneut gegeneinander abzuwägen. Um möglichst bereits im Vorfeld der gemeinsamen Sitzung von Bau- und Kulturausschuss am 21.03.2019 einige wichtige Entscheidungshilfen gewinnen zu können, erlauben wir uns, Ihnen einen Komplex von offenen Fragen vorzulegen und bitte diese bis zum 15. März zu beantworten.

 

Fragen zu einem Tiefgaragenbau an der Stadthalle:

1.       Existieren Gutachten oder Untersuchungen zum Bauuntergrund am Albaniplatz (u. U. aus den 1990er Jahren oder noch aus der Bauzeit der Stadthalle) und können diese eingesehen werden? Wie hoch wird hier der historische Auffüllhorizont vor der ehemaligen Stadtbefestigung eingeschätzt? Welche Wasserläufe und -adern vom Hainberg durchlaufen das Areal?

2.       Von welchen Kosten pro Tiefgaragenstellplatz geht die Verwaltung aus? Sind externe Grobschätzungen von 30 bis 40 T EUR als realistisch anzusehen (bei einer zweigeschossigen Anlage mit 200 bis 240 Stellplätzen)?

3.       Welche zeitliche Vorstellung hat die Stadtverwaltung für Planung und Erstellung der Tiefgarage mit welchen möglichen Partnern?

4.       Wann ist im Falle der Fortsetzung der Hallensanierung abzusehen, dass mit dem Bau der Tiefgarage begonnen werden kann? Wie viele Jahre nach der bisher geplanten Wiedereröffnung der Stadthalle wird es voraussichtlich dauern, bis der Bau der Tiefgarage und die Neugestaltung des Albaniplatzes abgeschlossen werden kann?

5.       Trifft es zu, dass es bisher keinerlei Planungen gibt, die den direkten Zugang von der Tiefgarage in die Stadthalle ermöglichen würden?

6.       Welche finanziellen Einsparungen wären zu erwarten, wenn ein Hallenneubau direkt auf eine darunterliegende, zweigeschossige Tiefgarage gesetzt würde?

 

Fragen zum aktuellen Zustand der Stadthalle für eine befristete Fortsetzung des Hallenbetriebes:

7.       Welcher finanzielle Aufwand wird erforderlich sein, versorgungstechnisch die Stadthalle für einen befristeten Zeitraum von maximal vier Jahren wieder in einen nutzbaren Zustand zu versetzen (Leckage Fernwärmeversorgung etc.)?

8.       Welche Nutzungseinschränkungen ergeben sich durch unzureichenden Brandschutz? Welcher Aufwand wird erforderlich sein, wenigstens die dringendsten Mängel abzustellen? Können solche Mängel auch durch zusätzliche Brandwachen oder andere Maßnahmen kompensiert werden?

9.       Bei einer Akteneinsicht zu Brandschutzmängeln konnten vier TÜV-Gutachten eingesehen werden. Ein Hauptbericht, der im Inhaltsverzeichnis aufgeführt wurde, war nicht in den Unterlagen abgeheftet. Wir glauben, dass er große Relevanz für die weitere Diskussion hat. Kann dieser Bericht nunmehr eingesehen werden?

 

Prüfung von Varianten für einen Neubau einer Stadhalle im Bereich Lokhalle:

10.   Hat die Verwaltung den Beginn der vom Rat beschlossenen Denkpause bereits genutzt, um alternative Standorte für einen Hallenneubau im Bereich der Lokhalle zu prüfen? Trifft es zu, dass es hier zwei denkbare Varianten gibt:

A)      Wie bereits als Planung vorliegend: Ein langgezogener Neubau an der Westseite der Lokhalle

B)      Ein Neubau auf dem Gebiet südlich der Lokhalle

11.   Wie hoch schätzt die Verwaltung die Baukosten einer konzerttauglichen Stadthalle mit 800 bis 1.200 Sitzplätzen?

12.   Von welchem Realisierungszeitraum geht die Verwaltung bei einem Hallenneubau aus?

 

 

Mit freundlichem Gruß

Olaf Feuerstein

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