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17.01.2018, 16:27 Uhr
Kein Tempo 30 auf Bundesstraße
CDU-Ratsfraktion lehnt Modellversuch auf der Reinhäuser Landstraße ab
Göttingen. Überklebte Tempo-30-Schilder stehen nunmehr seit drei Jahren an der Reinhäuser Landstraße. Damit wollte die rot-grüne Ratsmehrheit 2015 für die Nachtstunden eine Geschwindigkeitsbeschränkung durchsetzen, die aber vom Wirtschaftsministerium in Hannover als oberste Verkehrsbehörde mit der Begründung untersagt worden ist, dass es sich hier um einen Abschnitt der Bundesstraße B 3 handele. Nun versucht Rot-Grün, diesen Abschnitt über einen Pilotversuch des Landes auch tagsüber auf Tempo 30 zu drosseln. Die CDU-Ratsfraktion lehnt diesen Vorstoß vehement ab. Das Oberzentrum Göttingen verletze damit die Pflicht zur zügigen und verträglichen Abwicklung des unstrittig zunehmenden Verkehrs.
„Wer sich darüber freut, dass in den letzten fünf Jahren die Zahl der Arbeitsplätze wie auch der Studierenden um jeweils rund 5.000 zugenommen hat, der kann nicht andererseits den innerörtlichen und den Regionalverkehr abwürgen“, erklärt Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion und wirtschaftspolitischer Sprecher. „Noch nicht einmal, wenn vor Jahren die Südumgehung realisiert worden wäre, könnten wir uns an der Reinhäuser Landstraße solche Spielchen erlauben. „38.000 Einpendler müssen werktäglich in Göttingen ihren Arbeitsplatz erreichen. Für jeden einzelnen ist es ein Stück wesentlicher Lebensqualität, dass er diesen Weg in annehmbarer Zeit und auch trockenen Hauptes zurücklegen kann. Ich kann Göttinger Sozialdemokraten absolut nicht verstehen, die dafür den arbeitenden Kollegen aus der Region die Benutzung des eigenen fahrbaren Untersatzes vermiesen wollen“, erklärt Hans Otto Arnold (CDU), Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses. „Es ist eine pure Illusion, dass in unserer Region mit ihrer ländlichen Struktur der ÖPNV wesentliche Teile des Pendlerstroms auffangen könnte. Der motorisierte Individualverkehr wird auch in den folgenden Jahrzehnten für unsere Region von grundsätzlicher Bedeutung bleiben – allenfalls die Antriebsart wird sich ändern“. Nach Überzeugung der CDU-Ratsfraktion bedarf es keiner weiteren Versuche, um den optimalen Fahrzeugdurchsatz einer Straße zu ermitteln. Dieser liegt nicht bei Tempo 30, sondern in allen Praxistests seit 1972 klar um Tempo 50. Unweigerlich hat in Göttingen die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge im Jahr 2017 einen neuen Spitzenwert erreicht und neue Verkehrszählungen haben eine deutliche Zunahme des Verkehrs im gesamten Stadtgebiet nachgewiesen. Auch der Verweis auf die Feinstaubbelastung nimmt einseitig den Autoverkehr als Sündenbock: Es muss öffentlich klargestellt werden, dass in den vergangenen Jahren die Spitzenwerte fast ausschließlich in der Heizperiode im Januar und Februar gemessen werden – und dann insbesondere bei Inversionswetterlagen. „Außerdem produzieren Motoren bei Tempo 30 mehr Feinstaub (kleinerer Gang, höherer Drehzahl) als bei Tempo 50“, ergänzt der Fraktionsvorsitzende Hans-Georg Scherer.

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