Anfragen

19.8.2016 Importierte Konflikte in Flüchtlingsunterkünften

In den Flüchtlingsunterkünften der Stadt Göttingen gab es vor allem in der ersten Phase der Aufnahme ethnisch-kulturelle Konflikte zwischen Flüchtlingen/Asylbewerbern aus sehr unterschiedlichen Weltregionen. In der Folge war man bemüht, direkte Konfrontationen durch eine gewisse Separierung der Nationalitäten zu vermeiden. Allerdings gibt es Herkunftsländer wie Afghanistan, Irak und zuvörderst Syrien, wo die unübersichtlichen Fronten mitten durch die Gesellschaften laufen. Diese gewaltträchtigen Konflikte zwischen Sunniten, Schiiten, Alewiten, Christen, Islamisten, nationalistischen und säkularen Kräften bilden sich zwangsläufig auch in den Flüchtlingsgruppen in Göttingen ab. So sind eben nicht alle syrischen Flüchtlinge vor dem Assad-Regime geflohen, sondern auch vor dem halben Dutzend anderer Kriegsparteien. Die Gefahr besteht, dass mit längerer Verweildauer die Konflikte zwischen den einzeln Gruppen auch in Göttingen mit großer Wucht aufbrechen werden. Wir fragen die Verwaltung: 1. Hat es in und um städtische Einrichtungen bereits in den letzten zwei Jahren Auseinandersetzungen innerhalb syrischer, afghanischer oder irakischer Gruppen gegeben, die wahrscheinlich auf religiöse oder politische Differenzen zurückzuführen waren? Wenn Ja: Wann und wie viele und mit jeweils wie vielen Beteiligten? 2. Gibt es Erkenntnisse, dass sich in den Unterkünften bestimmte Gruppierungen formieren oder bereits gebildet haben? 3. Bedürfen spezielle Minderheiten, wie zum Beispiel syrische Christen, des besonderen Schutzes? 4. Welche Möglichkeiten sieht die Stadt zur Konfliktvermeidung und -entschärfung? 5. Ist haupt- und/oder ehrenamtlichen Betreuern hier ein Beitrag zuzutrauen oder besteht eher die Gefahr, dass sie dann in diese mitgebrachten Konflikte zu sehr involviert werden?
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