Anfragen

Anfrage zur Entwicklung des Güterumschlages in Göttingen

Die Entwicklung der Logistikbranche ist in den vergangenen Jahren in der Region um Göttingen eindeutig favorisiert worden. Mehrere Millionen Fördergelder sind geflossen und mit zusätzlichen Mitteln der Stadt dazu verwandt worden, insbesondere das Güterverkehrszentrum (GVZ) I mit einer Containerumschlaganlage und einer deutlich verbesserten Fernverkehrsanbindung auszustatten. Es liegt nunmehr im legitimen Interesse des Steuerzahlers, zu erfahren, ob und wie sich durch diesen Aufwand Art und Umfang des Güterumschlags in Göttingen verändert haben. Aus einer solchen Antwort wird sich u. a. darauf schließen lassen, ob es mittel-bis langfristig in dieser Region noch sinnvoll sein wird, auf eine weiter expandierende Logistikbranche zu setzen und dafür weitere Flächenreserven in nennenswertem Umfang zur Verfügung zu stellen. Die Antwort der Verwaltung auf eine vorhergehende Ratsanfrage der Fraktion des Bündnisses 90/ Die Grünen zum gleichen Themenbereich zeigt auf exemplarische Weise, wie von der Stadtverwaltung und ihrer Tochter GWG ein umfangreicher Fragenkatalog wiederum sehr umfänglich, allerdings unter Vermeidung jeder konkreten Zahl beantwortet werden kann. Darum fragen wir die Verwaltung mit der Bitte um konkrete Zahlen (Wir hoffen und erwarten, dass zur Beantwortung dieser Fragen auch Firmen wie DUSS, die im Wesentlichen von den Subventionen der letzten Jahre profitiert haben, ihre Zahlen offenlegen werden.): 1. Wie viele (Standard-) Container werden pro Jahr per Bahn nach Göttingen geliefert? 2. Wie viele Container werden pro Jahr aus Göttingen per Bahn verfrachtet? 3. Erfolgt von weiteren Firmenstandorten im Landkreis eine direkte Bahn- oder Containerverladung (ohne das GVZ Göttingen zu tangieren)? 4. Wie viele Industriegüter werden pro Jahr von Göttingen aus per Güterwaggon expediert? 5. Wie viele Güter werden per Waggon jährlich nach Göttingen geliefert? 6. Wie hoch ist schätzungsweise der aus den Fragen 1 bis 5 aufsummierte Anteil der Bahnfracht am Gesamtgüteraufkommen in Stadt und (Rest-)Landkreis Göttingen. 7. Gibt es zu diesen Zahlen Vergleichszahlen aus den Vorjahren? 8. Wie werden sich die Frachtmengen aus der und in die Region in den nächsten Jahren auf Straße und Schiene entwickeln? 9. Existieren dazu auf Landes- und Bundesebene Vergleichszahlen anderer GVZs? 10. Sind Änderungen im Güterverkehrsnetz der Bahn AG zu erwarten, die auch die Anbindung Göttingens verbessern werden? 11. Sind Aussagen aus der Wirtschaft zutreffend, dass auch für größere Transportmengen oft der Lkw-Transport bevorzugt wird, weil die Bahn AG keine Garantien für die termingerechte Ankunft zur Weiterleitung z.B. im Seehafen Rotterdam geben kann? 12. Trifft es weiter zu, dass es prinzipiell schwierig ist, Bahnfracht aus Göttingen zu expedieren, weil die Frachtmenge bei weitem nicht ausreicht, um einen täglichen Güterzug zusammenzustellen und dass daher etliche Nachfrager auch auf andere Privatnutzer der Gleise zurückgreifen, z.B. Unternehmen, die für die K+S AG fahren? 13. Wird die Ansiedlung eines neuen Unternehmens mit starkem Containerumschlag in Adelebsen an der o. g. Situation prinzipiell etwas verändern? 14. Wird sich die Fa. Zufall am Standort Siekanger an einem Gleisanschluss beteiligen oder wird sie diesen auch langfristig nicht benötigen?
Nach oben