Anträge in Ausschüssen

Göttinger Förderprogramm Erdgastaxi

Die Verwaltung wird gebeten in Zusammenarbeit mit der Stadtwerke Göttingen AG und interessierten Göttinger Autohäusern ein Konzept für ein Förderprogramm zur Anschaffung von erdgasbetriebenen Taxi-Fahrzeugen zu erstellen.

 Begründung:

 In der Stadt Göttingen wurden im Jahr 2006 die zulässigen Grenzwerte für Feinstaub (PM10 - Tagesmittelwerte) an der Messstation Göttingen-Verkehr (Bürgerstraße 20) an 48 Tagen überschritten. In 2007 wurde der Tagesmittelwert an 23 Tagen überschritten. Auch der ab dem Jahr 2010 gültige Grenzwert des Stickstoffdioxid-Jahresmittels von 40 μg/m³ wurde in 2006 an der Station Göttingen-Verkehr überschritten. Mit 47 μg/m³ wurde der für 2006 geltende Immissionsgrenzwert incl. Toleranzmarge, der 48 μg/m³ betrug, an der Messstation nicht überschritten.

 Für eine aktive Verbesserung der Luftreinheit in Göttingen und insbesondere auch innerhalb der Innenstadt stellt sich die Frage neben möglichen Maßnahmen zusätzlich auch Anreize zu schaffen, um kontinuierlich ein Umdenken zu erreichen zielgerichtet die Mitverursacher von Autoabgasen zum handeln zu animieren.

 Angesichts der jüngsten Preisrekorde beim Dieselkraftstoff sind schon einige Taxiunternehmen bei Einzelfahrzeugen auf die erheblich kostengünstigere Alternative Erdgas umgestiegen. Die vor allem mit Dieselmotoren ausgestatteten rund 100 Taxis in Göttingen tragen mit zur Luftbelastung mit Dieselruß bei. Dagegen würde der Ersatz eines Diesel-Taxis durch ein umweltschonenderes Erdgas-Taxi die Rußproblematik völlig entschärfen. Ebenso würde der Ausstoß an NOx erheblich reduziert. Auch die Lärmbelästigung würde durch eine ruhigere Verbrennung ungefähr halbiert. Angesichts der Preisentwicklungen bei Kraftstoffen auf Mineralölbasis ist Ergas darüber hinaus auch eine Alternative mit großer Wirtschaftlichkeit. So lassen sich zum Beispiel im Vergleich zu einem benzinbetriebenen Fahrzeug beim Ersatz durch Erdgas mehr als 50 % Kraftstoffkosten sparen. Dies ist ein zunehmend wichtiger Faktor um Taxis weiter wirtschaftlich betreiben zu können, denn im Hinblick auf die allgemeine Verteuerung ist es schwierig höhere Kraftstoffkosten an den Fahrgast über höhere Fahrpreise weiterzugeben, ohne erhebliche Einbrüche der Fahrgastzahlen zu provozieren.

 Aus den vorgenannten Gründen möchte die CDU Ratsfraktion ein besonderes Förderprogramm für Taxibetreiber in Göttingen.

Dieses spezielle Projekt soll parallel neben dem bereits bestehenden Erdgas-Förderprogramm der Stadtwerke Göttingen laufen. D. h. die Stadtwerke stellen wie bisher auch für private Autofahrer einen Bonus von insgesamt 500 Kilogramm Erdgas bei ihrer Tankstelle zur Verfügung. Dies entspricht einem Energiegehalt von rund 750 Litern Benzin somit einer Kraftstoffersparnis von rund 1.100 Euro. Die bestehende Fördermöglichkeit in Zusammenarbeit mit der Gas-Union für deren gesamtes Geschäftsgebiet (Teile Niedersachsens und Hessens) mit jeweils 1.000 Euro für insgesamt 80 Fahrzeuge pro Jahr bleibt weitere zusätzliche Option.

Zusätzlich sollte zukünftig eine pauschale Förderung in Höhe von ein- bis zweitausend Euro für die Neuanschaffung eines Erdgas-Taxis in Kooperation und finanzieller Beteiligung mit einem oder mehreren interessierten Autohäusern realisiert werden.

Damit würde dann das ökologische Engagement der Taxibetreiber beim Neukauf eines Erdgasfahrzeugs mit bis zu 3.100 Euro, bzw. 4.100 Euro belohnt. Außerdem hätten alle Erdgasautobesitzer den Vorzug der bis 2018 von der Bundesregierung festgelegten niedrigen Erdgassteuer und damit absolute Planungssicherheit.

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