Anträge in Ausschüssen

„Anbringung einer Gedenktafel für Frau Hildegard Schaeder“, Antrag im Kulturausschuss am 24.4.2008

die Verwaltung wird gebeten, eine Gedenktafel für Frau Dr. Hildegard Schaeder an ihrem ehemaligen Wohnhaus im Düsteren Eichenweg 72 anzubringen.

 

Begründung:

 

Frau Hildegard Schaeder  lebte nur wenige Jahre in Göttingen. Nichtsdestotrotz hat sie ein verdienstvolles Leben gelebt und vielen Menschen durch Beistand und Zuspruch, aber auch durch Taten, in schweren Zeiten sehr geholfen.

In den 1930-er Jahren hatte sich Hildegard Schaeder der oppositionellen Bekennenden Kirche  angeschlossen. In der Berliner Kirchengemeinde Martin Niemöllers arbeitete sie in einem Besuchdienst mit, der sich um alte und einsame „nichtarische“ Ehepaare kümmerte.

Nach Beginn der großen Deportation versteckte sie jüdische Mitbürger in der Hoffnung, ihnen doch noch zur Flucht zu verhelfen. Jedoch wurde sie verraten und im Jahre 1943 in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück interniert. Hier half sie vielen ihrer Mitgefangenen durch Zuspruch und tröstende Worte.

Sie überlebte ihre Gefangenschaft und ging nach ihrer Befreiung aus dem Lager zunächst nach Mecklenburg. Anschließend zog sie nach Göttingen, um ihre Mutter zu pflegen.  Bis zum Jahre 1948/1949 lebte Hildegard Schaeder in Göttingen. Nachdem ihre Mutter verstorben war, zog die gebürtige Kielerin nach Frankfurt. 1984 verstarb Hildegard Schaeder im Alter von 81 Jahren.

 

Im Jahr 2002 wurde Hildegard Schaeder von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als eine „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.

Holger Welskop

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