Anträge in Ausschüssen

Sauberere Luft durch Pflastersteine: Verwendung von luftreinigenden Pflastersteinen der Marke "AirClean" in Göttingen Bauausschuss 05.05.2011

 Der Ausschuss möge dem Rat zum Beschluss empfehlen:

 Die  Verwaltung  soll  prüfen,  ob  und  wo  auch  im Göttinger Stadtgebiet luftreinigende Pflastersteine mit dem Handelsnamen Airclean“ der F.C. Nüdling Betonelemente GmbH+Co.KG alternativ zu bisher üblichen  Granitbelägen  und  Betonverbundsteinen eingesetzt werden können.  Im  Kontakt  zu  Kommunen, die dieses Material bereits einsetzen (u.a. Fulda und Erfurt), sollen die Kostendifferenzen zu den konventionellen Pflasterungen berechnet werden und die zu erwartenden Umwelteffekte abgeschätzt werden. Insbesondere soll hierbei die Verwendung bei Umbaumaßnahmen in der Innenstadt (Busring) und bei anderen geeigneten Flächen geprüft werden.

Begründung:

 Mit AirClean hat die F.C. Nüdling Betonelemente Gmbh+Co.KG einen Pflasterstein im Angebot, der nun nachgewiesenermaßen große Mengen der gesundheitsschädlichen Stickstoffdioxide (NOx) in leichtlösliche und ungefährliche Salze (Nitrate) umwandelt. Eine wesentliche Quelle der Stickstoffoxide ist der Autoverkehr. Das zur Anwendung kommende Wirkprinzip ist die Photokatalyse. Dabei wirkt Titandioxid (TiO2) als Photokatalysator. Aus den Stickoxiden entsteht auf der Steinoberfläche unter Einwirkung von Sonnenlicht Nitrat. Durch die Umweltrisikoabschätzung ließ sich zeigen, dass in die Gewässer gelangende Nitratmenge, die durch die Photokatalyse entsteht, deutlich unterhalb der gültigen Grenzwerte für Fließgewässer und Grundwasser liegt.

 F.C. Nüdling hat mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt Mustersteine mit unterschiedlichen Oberflächen, Farben und Zementzusammensetzungen produziert, um einen Pflasterstein zu entwickeln, der möglichste effizient Stickoxide abbaut. Dem Betongemenge zur Herstellung der Pflastersteine wir hierbei Titandioxid beigemischt. Die Wirksamkeit der optimierten Steine wurde inzwischen aus Messungen des Fraunhofer Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie aus Schmallenberg im Labor, an einer Feldversuchsfläche (Canyon-Testfläche) und am Gothaer Platz in Erfurt als Referenzfläche untersucht. Im Vergleich zu konventionellen Flächen konnte eine Abbaukapazität bezüglich Stickstoffdioxid von durchschnittlich 18 % (in drei Metern Höhe über dem Pflaster) über einen Zeitraum von 3 Monaten nachgewiesen werden. Langzeituntersuchungen der Pflastersteine zeigten, dass auch nach zweijähriger Nutzung die anfängliche Abbauleistung für Stickoxide nicht nachgelassen hat.

 Es ist nicht erforderlich, asphaltierte Fahrbahnen durch dieses Material zu ersetzen, sondern lediglich Bürgersteige, Platzaufweitungen und Kfz-Stellflächen werden mit diesem Material in verschiedenen Formaten belegt. Die relative helle Grundfarbe würde gut mit den bisher verwendeten

Natur- oder Betonsteinelementen harmonieren. Durch die Verwendung dieses Materials könnten im Bereich des Innenstadtbusrings, aber auch in den stark belasteten Bereichen außerhalb des Walls speziell unter Sommersmoglagen deutliche Verringerungen der Schadstoffbelastungen erreicht werden.

 Es gibt verschiedene Referenzkommunen wie Fulda und Erfurt, die mit diesem innovativen Material bereits Erfahrungen gesammelt haben.

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