Ratsanträge

14. Sept. 2012: Serviceoffensive für Senioren im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Göttingen

 Der Rat möge beschließen:


Die Verwaltung möge in Kooperation mit den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB) und dem Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (VSN) eine Service-Offensive für die ältere Generation starten, die den Informationsstand der Senioren über das Liniennetz und die Taktung verbessern sowie die Kundenzufriedenheit dieser Zielgruppe steigern soll. Das Ziel ist, die Akzeptanz des ÖPNV und die Kundenfrequenz insgesamt merklich zu steigern.
Folgende Maßnahmen sollten hierbei geprüft werden:

  • Spezielle Beratungsangebote und Informationsveranstaltungen z.B. in Seniorenheimen
  • Angebot individueller Fahrpläne mit Tipps für regelmäßige Umsteigeverbindungen,
  • Kompakte Verbindungsnachweise für einzelne Haltestellen im Internet
  • besser lesbare  Fahrpläne  an den Haltestellen
  • Erhöhung der Vorverkaufsstellen
  • Beachtung von ausreichenden Freiflächen für Rollatoren und Rollstühle (neben den Kinderwagen) bei der Neuanschaffung von Fahrzeugen
  • Schulung der Fahrer, um ruppige Fahrweise zu vermeiden (Einsatz von telematischer Fahrauswertung) und kontinuierliche Verbesserung der Freundlichkeit
  • Bei Werbebeschriftung der Busse die Fensterflächen möglichst frei halten.
  • Überprüfung der Haltestellen auf vorhandene erhöhte Bordsteinkanten (Ein- und Aussteigen) und Wartehäuschen

Begründung:
Die Gesellschaft wird immer älter und dieser demographische Wandel stellt auch den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vor neue Aufgaben und Herausforderungen. Für die Mobilität von älteren Menschen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen spielen öffentliche Verkehrsmittel eine wichtige Rolle, deren Bedeutung weiter zunehmen wird. Bundesweit ist zu beobachten, dass jetzt eine Generation in das Seniorenalter eintritt, für die in beiden Geschlechtern die individuelle Mobilität mit dem eigenen Pkw eine Selbstverständlichkeit ist. Vor zehn Jahren noch lag der Mobilitätsvorteil eindeutig bei den Männern. Dieser neuen Seniorengeneration fällt es jetzt sehr schwer, auf das äußerst hoch geschätzte Gut der unabhängigen Beweglichkeit zu verzichten. Andererseits gibt es auch Belege dafür, dass viele Senioren schließlich überrascht und erleichtert sind, wenn sie sich doch überwinden, den ÖPNV zu nutzen.  Hier gilt es, die offensichtliche Hemmschwelle zu überwinden und die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrsangebotes zu vermitteln. Darüber hinaus erfordert die stetig steigende Lebenserwartung die kontinuierliche Weiterentwicklung und Vermittlung von Maßnahmen zur Erhaltung der Mobilität. Fachleute sagen dazu: „Auch Busfahren und ÖPNV müssen gelernt werden.“

Zielsetzung dieser Offensive ist es, durch ein ganzes Bündel von Maßnahmen eine spürbare Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit des ÖPNV in Göttingen insbesondere für die große Gruppe der älteren und auch behinderten Mitbürger/innen zu erreichen.

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