Ratsanträge

22. Apr. 2010: Schulwälder prüfen

Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, wie und wo in Göttingen Waldflächen als Schulwälder betreut werden können. Dabei ist auch zu prüfen welche Kooperationspartner dafür in Frage kommen.


Begründung:
 
Über 30 % der Gesamtfläche der Stadt Göttingen sind bewaldet. In etlichen Stadtteilen grenzen Besiedlung und Wald direkt aneinander. Hier liegt es wirklich nahe, die Idee eines oder mehrerer Schulwälder umzusetzen. Schulwälder gibt es mittlerweile bundesweit in einer ganzen Reihe von Kommunen, regional zum Beispiel in Uslar und in Staufenberg.
Sowohl in unserem Stadtwald wie im Staatsforst werden unter anderem mit Waldjugendspielen oder dem Jugendlehrpfad am Weender Springberg sehr unterschiedliche pädagogische Ansätze verfolgt, um jungen Menschen die Natur des Waldes, seinen notwendigen Schutz und die dafür erforderliche Pflege nahezubringen. Die Schaffung eines oder mehrerer Schulwälder geht aber deutlich über diese halb- oder ganztägigen Projekte hinaus. Hier würde wirklich auf Dauer die Verantwortung für ein Stück Wald übernommen, selbstverständlich unter fachlicher Anleitung durch die zuständigen Forstleute. Damit sollen komplexe ökologische Zusammenhänge besser verstanden werden, das Prinzip nachhaltigen Wirtschaftens kann so vermittelt werden. Gleichzeitig soll auch innerhalb der beteiligten Schülergruppen die Kooperationsbereitschaft gefördert werden, es können fächerübergreifend Themen bearbeitet und die dadurch erzielten Ergebnisse öffentlich präsentiert werden. Nicht zuletzt sollen die Schüler durch ihre Bewegung in der Natur eine interessante und abwechslungsreiche Alternative zu ihrem Schulalltag finden.
In der Vergangenheit war es so, dass etliche Göttinger Schulen entsprechende Anregungen unserer Forstverwaltung als zeitlich zu aufwendig und logistisch nicht zu bewältigen beurteilt haben. Wir sind der Meinung, dass mit der steten Zunahme der Ganztagesbetreuung hier (im wahrsten Sinne) neue Spielräume für solche Projekte geschaffen werden, die es gilt, sinnvoll zu nutzen.
In diese Überlegungen sollen ausdrücklich alle Ortsteile einbezogen werden, wo die Entfernung zwischen Schule und Wald auch zu Fuß oft nur wenige Minuten beträgt. Weiter sollen neben dem Stadtforst auch der Staatsforst und die Realgemeinden einbezogen werden, wie andererseits auch alle öffentlichen wie privaten Schulen. Ebenso sollen die Natur- und Waldschutzorganisationen eingebunden werden. Für die geringfügigen, aber notwendigen Sachkosten hat sich andernorts das Bemühen um Sponsoren als lohnend erwiesen.
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