Ratsanträge

Mehr Kfz-Stellplätze für Neubaugebiete: Antrag der CDU/FDP-Gruppe vom 10. März 2006


Der Rat möge beschließen:

Die Verwaltung wird aufgefordert, für Wohnbauprojekte generell einen höheren Stellplatzschlüssel als bisher zwingend vorzuschreiben. Für Reihenhaussiedlungen und Einfamilienhäuser soll dieser mindestens 1,75 betragen. Für andere Wohnformen wird ein Berechnungsmodell angeregt, das sich an der zu erstellenden Gesamtwohnfläche orientieren soll.

Begründung:

Alle Hoffnungen der Planer, die Bürger würden in zunehmenden Maße auf das Automobil verzichten, haben sich in der Realität der letzten Jahrzehnte nicht bestätigt. Flächendeckend ist in fast allen, sowohl den älteren wie den jüngeren, Wohnquartieren der Stadt ein unerträglicher Parkdruck festzustellen. Damit wenigstens in Zukunft in neuen Wohngebieten diesem Missstand ein Ende bereitet werden kann, soll grundsätzlich von der Stadt Göttingen ein höherer Stellplatzschlüssel als die gesetzlich vorgeschriebene Zahl von einem Stellplatz pro Wohneinheit gelten.

Um Diskussionen wie gerade in jüngster Zeit künftig zu vermeiden und um schon im Ansatz für Investoren und Bauherren klare Verhältnisse zu schaffen, soll diese Schlüsselzahl grundsätzlich festgeschrieben werden.

Die von den Bewohnern der oberen Zietenterassen selbst gemachten Angaben bestätigen, dass dort heute pro Haus im Schnitt 3 Bewohner leben, die in der Regel 2 Kraftfahrzeuge nutzen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, pro Haus mindestens 2 Stellplätze vorzusehen.

Sicherlich richtet sich der Bedarf nicht allein nach der Bauform, sondern auch nach der Wohnfläche. Deshalb wird angeregt, neben einer Mindestzahl von mindestens 1,75 Stellplätzen pro Einfamilienhaus ein Modell zu berechnen, nach dem sich die erforderliche Stellplatzanzahl nicht allein an der Zahl der Wohneinheiten, sondern an  der zu erstellenden Gesamtwohnfläche orientiert.

Sicher wird diese erhöhte Stellflächenzahl zu einem insgesamt höheren Flächenbedarf führen, wird aber gleichzeitig ein wichtiges Vermarktungsargument darstellen.

Es geht ja nicht allein um die Bewohner mit ihren eigenen Fahrzeugen, es geht auch um alle Besucher eines Quartiers, seien es nun Gäste, Handwerker, Lieferanten, Pflegedienste, Ärzte etc.

Mit dieser Regelung werden wir auf jeden Fall künftig vermeiden, dass sich bei einem Neubauprojekt der Parkdruck bis in die Nachbarquartiere hinein weiter steigern wird. 

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