Ratsanträge

Frühwarnsystem für vernachlässigte Kinder - Antrag zur Ratssitzung am 8. Dezember 2006

Der Rat möge beschließen:

Die Verwaltung wird beauftragt ein Konzept für ein „Koordinationszentrum Kinderschutz“ zu erarbeiten. Dabei soll ein flächendeckendes Netzwerk entstehen, in dem alle für den Kinderschutz zuständigen Institutionen kommunizieren und sich gegenseitig verlässlich informieren.

Begründung:

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 520 Kinder an Misshandlungen, davon rund 150 im ersten Lebensjahr. Körperliche und seelische Gewalt gegen Kinder innerhalb der Familie ist in Deutschland mit rund 200 000 Fällen pro Jahr ein häufiges Phänomen, das sich quer durch alle Gesellschaftsschichten zieht, in der Regel nicht einmalig ist und durch psychische Belastungen und Überforderungen der Eltern begünstigt wird.

Um von Anfang an Hilfestellung zu geben, startet am 01.11.2006 in Göttingen ein Pilotprojekt der Stiftung Pro Kind, das sich mit der Betreuung von schwangeren Frauen in besonders schwierigen Lebenslagen befasst. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit einer Hebamme und einer Sozialpädagogin. Nach der Geburt werden Mutter- und Kind-Gruppen organisiert. Dies ist ein richtiger Ansatz, allerdings müssen weitere Maßnahmen zur besseren Erkennung und Vermeidung von Kindesmissbrauch und Kindesmisshandlung folgen. Dazu gehört auch das in unserem Antrag geforderte Koordinationszentrum.  Entscheidend ist die Vernetzung, die Bündelung von Kräften und Hilfsangeboten und ein besserer Informationsfluss zwischen Ärzten, Jugendamt, Jugendhilfeeinrichtungen Kindertagesstätten und Schulen (usw.), um möglichst früh Misshandlungen bei Kindern zu erkennen und schnelle Hilfe für sie und ihre Familien zu organisieren.

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