Ratsanträge

4. Nov. 2016 Keine Bündelung der Trassen für 380-kV- und 540-kV-Leitungen - fraktionsübergreifend, von CDU initiiert

Der Rat möge beschließen: Der Rat der Stadt Göttingen fordert den Oberbürgermeister auf, umgehend die massiven Bedenken der Stadt gegen eine Bündelung der Hochspannungsleitungen Wahle-Mecklar und Südlink auf dem westlichen Stadtgebiet in das Planungsverfahren einzubringen, da hier durch die drohende Überbündelung von Trassen die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten des Oberzentrums Göttingen mit seinen westlichen Stadtteilen in unzumutbarer Weise beschnitten würden. Der neue Flächennutzungsplan der Stadt reicht in der konkreten Wohnraumplanung zunächst nur bis zum Jahr 2030. Darüber hinaus benötigt die aufstrebende Universitätsstadt aber langfristig deutlich mehr Flächenreserven, die nun auf unabsehbare Zeit durch die Leitungskorridore beschnitten werden. Zudem überdeckt der jetzt vorgestellte Planungsraum den Ortsteil Hetjershausen fast vollständig und schneidet die Wohngebiete von Esebeck, Elliehausen und Groß-Ellershausen. Dies wird bei der Feinplanung zwangsläufig dazu führen, dass die endgültige Trasse extrem wohnortnah geführt werden muss. Nach Auffassung der Stadt Göttingen sollte daher einer Trassenführung ostwärts des Stadtgebietes eindeutiger Vorrang eingeräumt werden. Begründung: Bei der Wahle-Mecklar-Trassierung besteht nach wie vor die Forderung der Stadt Göttingen, diese im Bereich Göttingen (auch im Teilbereich Elliehausen) unterirdisch zu verlegen. Bei diesem Projekt sind Versprechungen oder Optionen nicht eingehalten worden wie der Rückbau einer 110-kV-Freileitung am Ortsrand von Elliehausen. Der langwierige Entscheidungsprozess ist von der Stadt Göttingen, aber insbe-sondere von den direkt tangierten westlichen Ortsteilen als ausgesprochen unbefriedigend empfunden worden. Bei der Trassierung des nun komplett unterirdisch zu verlegenden 540-kV-Gleichstromkabels „Südlink“ bemüht sich das beauftragte Unternehmen trotz eines verkürzten Planungsverfahrens offensichtlich von Anfang an um deutlich mehr Transparenz. Damit steigen auch die Hoffnungen, dass die massiven Be-denken der Stadt gegen eine Überbündelung von belastenden Trassen auf ihrem westlichen Stadtgebiet bewirken können, dass Trassenvarianten ostwärts von Göttingen Vorrang eingeräumt wird. Immerhin wird schon heute von den projektierenden Unternehmen auf der interaktiven Karte: https://gis.ilf.com/K509/synserver?project=K509&client=core&language=de darauf hingewiesen, dass der Bereich Göttingen-Rosdorf durch vier Hochspannungsleitungen, zwei Fernbahnstrecken, zwei Auto-bahnen, eine Gasleitung in Nord-Süd-Richtung sowie durch eine geplante in Ost-West-Richtung, überre-gionale Glasfaserkabel, mehrere Richtfunkstrecken und mehrere Überflugstrecken hoch belastet sei. Gleichzeitig wird aber darauf hingewiesen, dass trotzdem eine weitere Bündelung nicht ausgeschlossen sei und dass eine Entscheidung darüber in der Bundesfachplanung und schließlich in der Planfeststellung getroffen werde. Nicht nur wegen des verkürzten Planungsverfahrens ist es von besonderer Bedeutung, dass jetzt nicht nur die Bedenken einzelner Bürger als Meinungsbild dokumentiert werden, sondern dass durch einen fraktionsübergreifenden Ratsbeschluss der gemeinsame Wille der Stadt deutlich wird.
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