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19.09.2017, 17:17 Uhr | Übersicht | Drucken
Völlig unerklärliche SPD-Ablehnung des Museumsstandortes Ritterplan
SPD pro Erneuerung der Stadthalle, aber contra Renovierung Museum


Göttingen. Mehrfach hat es die SPD-Ratsfraktion - nun auch der SPD-Stadtverband – abgelehnt, den denkmalgeschützten Komplex am Ritterplan aus Posthalterei, Remise, Hardenberger Hof und Kapellenanbau weiter als Städtisches Museum zu nutzen. Mit fadenscheinigen Begründungen wird nun von einem „modernen Museum“ schwadroniert, aber ohne explizit einen Neubau zu fordern, geschweige denn dafür einen Innenstadtstandort zu benennen und ohne jede Aussage, wie künftig dann der bisherige Traditionskomplex genutzt werden soll, um dessen millionenschwere Renovierung die Stadt in keinem Fall herumkommen wird.

Am Dienstag  im Kulturausschuss und am Donnerstag im Bauausschuss wird nun über eine Vorlage der Verwaltung abgestimmt, mit der der Standort festgeschrieben werden soll - allerdings mit der Maßgabe, dass etwa 340 Quadratmeter aus der Remise für den Fachdienst Kultur abgezwackt werden sollen. Dieser Vorschlag aus der Dezernentenrunde war extra für die SPD gezimmert worden, um ihr bei einer Zustimmung einen Gesichtsverlust zu ersparen – es hat nichts genutzt. Nach Sachlage wird sich aber eine Mehrheit aus CDU, Grünen und auch den kleineren Parteien finden. Damit ist dann die Zielsetzung des CDU-Ratsantrages im Kern erreicht, nämlich den Standort Ritterplan langfristig für das Städtische Museum zu sichern.


„Wie schlimm muss es um die Göttinger SPD bestellt sein, wenn sie meint, in der Überschrift ihrer Pressemitteilung „Selbst die Schwäbische Hausfrau würde nicht zustimmen“ das Stuttgarter Zitat von Kanzlerin Merkel aus dem Jahr 2008 bemühen zu müssen“, spottet der geborene Schwabe Hans Otto Arnold (CDU), Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses. „Völlig unverständlich ist, dass einerseits die SPD der weit über 20 Millionen Euro teuren Erneuerung der 70er-Jahre Stadthalle zugestimmt hat, nun aber das Museum nicht mehr in dem angestammten und dafür extra um- und angebautem Gebäudekomplex halten möchte, obwohl wir um die Renovierungskosten in Höhe von rund 11 Millionen Euro nicht herumkommen werden. Wie teuer soll dann ein Neubau werden und wo sollte der innerhalb des Walls entstehen können?“

„Die Argumentation, am Ritterplan wäre eine behindertengerechte, moderne Präsentation nicht möglich, ist schlicht Unsinn. Die Verwaltung hat mit dem Einbau der beiden Fahrstühle in das Alte Rathaus – noch Jahrhunderte älter – bewiesen, dass das geht“, erklärt Wibke Güntzler, kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. “Würde die SPD und der Oberbürgermeister beim Städtischen Museum so viel Dampf entwickeln, wie sie das beim KUQUA getan haben, dann würde es bis zur Präsentation des neugestalteten Museums auch sicher keine zehn Jahre dauern.“

„Mit über 150.000 Sammlungsstücken – meist aus Bürgerspenden – bildet das Städtische Museum das haptische Stadtgedächtnis. Es ist traurig, welch geringe Bedeutung die SPD diesem am längsten währenden Bürgerengagement zumisst“, erklärt Marcel Pache (CDU). „Und es erschreckt, wie wenig sich die SPD mit Entstehung und Gehalt der Gebäude am Ritterplan auseinandergesetzt hat. Teile des Komplexes wie der Kapellenanbau oder der Einbau  diverser Architekturelemente waren einst ganz gezielt in Angriff genommen worden, einerseits um der überregional bedeutenden Kirchenkunst einen adäquaten Rahmen zu bieten, andererseits um Dinge zu erhalten und zu  präsentieren, die sonst längst verloren gegangen wären. Es ist schlechterdings unvorstellbar, wie die SPD diese Elemente in einen Neubau überführen wollte. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass schließlich auch noch das sehr gute und bereits mit dem Forum Wissen abgestimmte Museumskonzept schlecht geredet wird.“

„Schaut man sich die vielfältige Museumslandschaft in Kassel an, dann muss man als Göttinger vor Scham im Boden versinken. Da hilft auch nicht der Verweis auf die ehemalige Residenz und die größere Einwohnerzahl in Nordhessen. Jüngst sind zwei der Göttinger Sieben, die Brüder Grimm, mit Millionenaufwand von den Hessen derart vereinnahmt worden, dass Göttingen  als wichtige Wirkungsstätte der beiden so gut wie gar nicht mehr vorkommt – und wir diskutieren hier über das einzige städtische Museum“, zieht Dr. Hans-Georg Scherer, CDU-Fraktionsvorsitzender, den überregionalen Vergleich. „Wenigstens drei Museen – ohne die kleinen Heimatmuseen – sollen künftig die Göttinger Museumslandschaft überregional darstellen: Das Forum Wissen am Bahnhof, das Städtische Museum am Ritterplan und das Völkerkundemuseum mit der Cook-Sammlung am Theaterplatz.“

PM der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Göttingen vom 18. September 2017

Selbst die schwäbische Hausfrau würde nicht zustimmen

Gemeinsame Pressemitteilung der SPD-Ratsfraktion und des SPD-Stadtverbandes Göttingen

Wir streiten für ein städtisches Museum in dem als Gedächtnis unserer Stadt ihre Geschichte zeit-gemäß präsentiert wird. Deshalb verweigern wir – gegen jeden Populismus – der Vorlage zum städtischen Museum unsere Zustimmung. Unsere Position ist klar:

1. Im Streit steht nicht die Existenz des Städtischen Museums. Die rot-grüne Haushaltsmehrheit sichert das Museum seit Jahren mit Zuweisungen in Millionenhöhe ab. Es gibt ein neues Depot mit erheblichen Investitions- und Mietkosten. Allein in ein Regalsystem wurden 120.000 Euro investiert. Die Personalkosten belaufen sich im Jahr 2017 auf ca. 620.000 Euro. Auch müssen noch mehr als 100.000 Exponate archiviert werden. Dem Museum am Ritterplan fließen Jahr für Jahr über 1 Mio. Euro zu.

2. Wir streiten auch nicht über die unzweifelhaft zwingend erforderliche Sanierung der historischen Gebäude am Ritterplan. Es war auch hier die rot-grüne Ratsmehrheit die seit 2008 Sanierungsmittel bereitgestellt hat. Es wurden bisher ca. 3,76 Mio. Euro in die Rettung der Bausubstanz aus Mittel des Landes und Mittel der Stadt Göttingen - investiert.

Wir werden deshalb jede Initiative unterstützen, deren Ziel der Erhalt und die denkmalgerechte Sanierung der Gebäude am Ritterplan ist.

3. Allein im Streit steht, ob die nachhaltige Entwicklung eines modernen städtischen Museums an diesem Ort möglich und vor allen Dingen mit dem jetzt verlangten Beschluss gesichert ist. Die Antwort ist leider nein.

4. Selbst wenn es auf Grundlage des aktuellen Beschlusses gelingen sollte, aus Mitteln des städtebaulichen Denkmalschutzes, die erhofften 600.000 Euro zu bekommen, so bleibt eine Finanzierungslücke von mindestens 11,4 Mio. Euro allein für die Sanierung der Gebäude. Wie die Verwaltung allerdings selbst einräumt ist diese Summe auf denkbar unsicherster Basis kalkuliert worden und beruht auf Daten, die aus einer Erhebung aus dem Jahre 2009 stammen.

5. Auf dieser Basis sollte der Rat keine Verpflichtung begründen. Das Museum könnte zu einem Kostengrab werden, in dem zukünftig jede weitere Planung in der Kultur-, Schul- und Sozialpolitik versinken würde. Erkennbar ist schon jetzt, dass dann finanzielle Mittel z. B. für dringend anstehende Schulsanierungen fehlen könnten. Wir halten es hier mit der schwäbischen Hausfrau und belasten nicht zukünftige Planungen. Eine Elbphilharmonie brauchen wir hier nicht.

6. Wir erwarten, dass das bereits beschlossene Museumskonzept umgesetzt und nicht zur Grundlage eines Nutzungskonzeptes degradiert wird, das sich nur noch an den aktuell nutzbaren Räumlichkeiten orientiert. Alle inhaltlichen Überlegungen, ein attraktives Museum für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen, werden damit zerstört. Jetzt soll alles in die alten Räume gequetscht werden, die durch den Umzug der Kulturverwaltung auch noch begrenzt werden. Mit einer inhaltlichen Neuausrichtung des Museums hat das nichts zu tun.

7. Wir erwarten zudem, dass ein Museum, in das am Ende nach Angaben der Verwaltung fast 18 Mio. Euro (12 Mio. Euro für die noch notwendigen Sanierungsarbeiten + 3.76 Mio. Euro für die bereits abgeschlossenen Arbeiten + 1,9 Mio. Euro für die Museumseinrichtung) gesteckt werden, mehr ist als der Aufbewahrungsort der Exponate unserer Geschichte. Wir wollen ein Museum, das seine Schätze zeitgemäß ausstellen kann.

Wir streiten für ein in Gestalt und Inhalt modernes Museum, das selbstverständlich inklusiv ist, ein großzügiges Café und einen Museumsshop, vor allem aber attraktive Ausstellungsflächen hat.

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